Musiktheater - Junges Publikum - Hörtheater - Communityprojekte - Inszenierte Konzerte

Anselm Dalferth studierte Violine, Germanistik, Schulmusik und experimentelles Musiktheater in Dresden, Paris, Freiburg und Bern. Er inszenierte u.a. am Nationaltheater Mannheim, der Deutschen Oper Berlin/Tischlerei, der Oper am Rhein Düsseldorf, am Theater Münster, der Elbphilharmonie Hamburg und am Staatstheater Mainz. Dabei spielen Uraufführungen und Stückentwicklungen – auch für Kinder- und Jugendliche – eine wichtige Rolle in seinem Verständnis von Theater, das eine bewusst gegenwärtige Haltung einfordert.
Er war Dramaturg der „Uraufführung des Jahres 2014“, gewann den „Götz-Friedrich-Studiopreis“ für seine Inszenierung von Maurizio Kagels Der mündliche Verrat und wurde mit einer Arbeit mit über 80 Mannheimer Bürger*innen zum „Zweiten europäischen Bürgerbühnenfestival“ eingeladen. Sowohl für Wie klingt Nimmerland? am Theater Münster (2018) als auch für Nils Karlsson Däumling (2019) an der Oper Düsseldorf wurde er für den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ (Regie Kinder- und Jugendtheater) nominiert. Seine Inszenierungen für junges Publikum, die einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden, waren bei zahlreichen Festivals und an bedeutenden Spielorten zu sehen, so u.a. am Strathmore Arts Center Washington DC, dem Europäischen Festival Happy New Ears, dem Schäxpir Festival Linz, auf Kampnagel und in der Elbphilharmonie Hamburg, beim Fratz Festival Berlin, in der Kölner Philharmonie und beim Kuckuck Festival München.

Das Spektrum seiner Arbeiten reicht von Stückentwicklungen zu aktuellen Themen und partizipativen Projekten über Repertoirewerke wie Richard Wagners Der fliegende Holländer und Uraufführungen wie Zad Moultakas Hamed und Sherifa bis zu den deutschen Erstaufführungen von Georges Aperghis' Avis de tempête oder Rued Langgaards gewaltiger Oper Antikrist – eine Inszenierung die in der Kritikerumfrage der Opernwelt fünffach als Wiederentdeckung des Jahres nominiert und als „Coup“ gewürdigt wurde – und umfasst auch die von ihm am Staatstheater Mainz installierte Reihe „Hörtheater“. Hier inszeniert er interdisziplinäre, überraschende Theaterabende, bei denen er häufig unterschiedliche Werke unter thematischen Gesichtspunkten kombiniert und die Publikumserfahrung eine zentrale Rolle spielt. Gemeinsam mit der freien Gruppe LebiDerya gestaltete er in Mainz zudem das von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds Doppelpass geförderte Projekt Tamáss, eine Auseinandersetzung mit Künstlern der arabischen Musik und des Jazz, die ihn zunächst in den Libanon und mit der im Verlauf entstandenen Inszenierung Zweieinander auf zahlreiche Festivals führte.

Anselm Dalferth schrieb neben zahlreichen Programmheftartikeln verschiedene Libretti für Kindermusiktheater und Beiträge für Fachliteratur, die bei Verlagen wie Schott und Metzler erschienen sind. Er wurde 2009 fest ans Nationaltheater Mannheim und 2014 ans Staatstheater Mainz engagiert.